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Übung und Ausbildung

Grenzüberschreitende Katastrophenschutzübung im Böhmerwald

Tobias Sonnleitner zur Übersicht

Waldbrandszenario und Suchaktion in Schöneben fordern das Zusammenspiel österreichischer und tschechischer Einsatzkräfte.

Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, fand in Schöneben im Böhmerwald eine grenzüberschreitende Katastrophenschutzübung statt. Rund 250 Beteiligte wirkten an der Übung mit, bei der ein komplexes Einsatzszenario die Zusammenarbeit österreichischer und tschechischer Einsatzkräfte sowie der beteiligten Behörden forderte. Im Mittelpunkt standen ein Verkehrsunfall mit gefährlichen Stoffen, ein daraus entstehender Waldbrand sowie eine in das Übungsgeschehen integrierte Suchaktion. Ziel war es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu erproben und die Abläufe für den Ernstfall weiter zu verbessern.

An der Übung beteiligt waren das Bezirkspolizeikommando Rohrbach, das Bezirksrettungskommando, die Bezirkshauptmannschaft Rohrbach, das Bezirks-Feuerwehrkommando Rohrbach, die Bergrettung Ulrichsberg, die Suchhundestaffel sowie Kameraden der tschechischen Feuerwehren.

Vom Verkehrsunfall zum Waldbrand
Das Übungsszenario begann mit einem Verkehrsunfall, bei dem mehrere Personen in den beteiligten Fahrzeugen eingeschlossen waren und gerettet werden mussten. Die Lage gestaltete sich jedoch schwieriger als zunächst angenommen: Einer der Unfallbeteiligten war ein Tanklastwagen, der gefährliche Stoffe transportierte.

Durch die Kollision trat der gefährliche Stoff aus dem Tanklastwagen aus und gelangte in den angrenzenden Wald. In weiterer Folge entwickelte sich daraus ein Waldbrandszenario, das den Einsatz zahlreicher Einsatzkräfte und eine koordinierte Vorgehensweise erforderlich machte.

Zusätzlich wurde eine Suchaktion in das Übungsgeschehen eingebunden. Dabei waren die beteiligten Organisationen gefordert, ihre jeweiligen Aufgaben zu koordinieren und bei der Bewältigung der unterschiedlichen Herausforderungen zusammenzuarbeiten. Auch die Suchhundestaffel und die Bergrettung Ulrichsberg waren Teil des organisationsübergreifenden Übungsszenarios.

F-KAT-Zug des Bezirkes Rohrbach im Einsatz
Zur Bekämpfung des Waldbrandes wurde der F-KAT-Zug des Bezirkes Rohrbach angefordert. Dessen Aufgabe bestand darin, den Brand gemeinsam mit den weiteren eingesetzten Kräften zu bekämpfen und die Löschmaßnahmen im Waldgebiet durchzuführen.

Eine besondere Herausforderung stellte dabei die Wasserversorgung dar. Gemeinsam mit den tschechischen Feuerwehren wurde unter Einsatz ihrer Großtanklöschfahrzeuge ein Pendelverkehr eingerichtet. Dadurch konnte Löschwasser laufend zur Einsatzstelle transportiert und die vor Ort eingesetzten Löschmannschaften mit ausreichend Wasser versorgt werden.

Zusammenarbeit über die Staatsgrenzen hinweg
Neben der Bewältigung der einzelnen Einsatzszenarien lag ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen. Gerade bei großflächigen Waldbränden, komplexen Verkehrsunfällen und Suchaktionen sind eine klare Kommunikation und die Abstimmung der verschiedenen Einsatzkräfte von entscheidender Bedeutung.

Die Übung bot die Möglichkeit, Kommunikationswege, Zuständigkeiten und Abläufe im grenzüberschreitenden Zusammenwirken zu überprüfen und wichtige Erfahrungen für künftige Schadensereignisse zu sammeln.

Gerade im grenznahen Raum bildet das gemeinsame Vorgehen österreichischer und tschechischer Einsatzkräfte eine wesentliche Grundlage, um auch komplexe Schadenslagen möglichst effizient und wirkungsvoll bewältigen zu können.